Wie wird man ein erfolgreicher Portraitfotograf?

Ich habe den Begriff “erfolgreich” mit etwas Sarkasmus  in den Titel genommen. Nicht, das ich mich schwer tue, mich als erfolgreich darzustellen, sondern auch weil der Begriff keineswegs klar ist.

Erfolg

Was ist Erfolgt? Wie definiere ich ihn:

  • Das ich hundert likes in Facebook für ein Bild eines hübschen Mädels bekomme?
  • Das ich tausend Likes und Follower von Voyeuren für nackte Haut und Erotik bekomme?
  • Das sich die hübschen Mädels sich darum drängen kostenlos vor meine Kamera zu kommen?
  • Das ich Anfragen von Frauen für ein persönliches bezahltes Shooting bekomme?
  • Das Kuratoren und Galeristen meine Bilder schätzen und ausstellen?

Was will ich?

Das ist eigentlich die wichtige Frage an der ich meinen Erfolg messen kann. Ist es:

  • Das ich mich an hübschen Mädels “aufgeilen” kann?
  • Das ich eine neue Freundin oder Partnerin aus dem Modellszenario finde?
  • Das ich meinen Lebensunterhalt mit der Fotografie bestreiten kann?
  • Das ich meine Bilder an Wänden von Sammlern und Museen wiederfinde?

Ich bin wahrscheinlich einer der weltweit erfolgreichsten Portraitfotografen. Kommt immer auf die Zielsetzung und Messung an.

Portrait ist auch nicht Portrait

Es ist definitiv kein Fashion, kein Akt, kein Boudoir wie man es täglich sieht. Nur wenn ein Mensche auf dem Bild ist, ist es noch lange keine Portrait. Aber es gibt so viele unterschiedliche Stilrichtungen des Portraits:

  • Charakterportrait
  • Dokumentarisches Portrait
  • Beauty Portrait
  • Glamour Portrait
  • Environmental Portrait
  • Business Portrait

Wie wird man ein Portraitfotograf?

In einem Gespräch mit einem befreundeten Fotografen, der noch nicht im Portraitsektor ist, wurde mir bewusst, das es interessant sein könnte zu erfahren, wie alles bei mir begann und sich entwickelt hat.

My Way …

Aktuell 54 Jahre in der Fotografie bedeutet eben nicht, 54 Jahre Erfahrung in der Portraitfotografie. Wir machen alle eine Entwicklung mit und beginnen oftmals ganz wo anders.

Ich wollte eigentlich der nächste Ansel Adams werden. Also damals der führende Fine Art Landschaftsfotograf der Welt. Bin ich natürlich nicht geworden, aber im Fine Art Bereich bin ich dann doch gelandet.

Ich habe mit Landschaften und dann (bezahlter) Reisefotografie weiter gemacht. Natürlich hatte ich als junger Mann auch einen kurzen hormongesteuerten Ausflug in Akt & Boudoir, aber der Verstand hat dann doch irgendwann gesiegt.

Rund ein Jahrzehnt Portrait

Begonnen hat es durch äußerlichen Einfluss. Das mir ein Freund ein bezahltes Boudoir-Shooting vermittelt hat und das ein junges Mädel aus der Region nach ein paar netten Bildern im Getreidefeld gefragt hat. Leider kann ich das Bild nicht mehr finden und bezahlte Fotos sind tabu.

 

 

Aber auch Reisefotografie kann Portraitfotografie sein. Die meisten Fotografen denken bei Portrait immer nur an hübsche weibliche Modelle. Das ist absolut falsch, auch wenn bei mir teilweise die Top-Modelle sich die Klinke in die Hand geben.

Ich hatte über Jahrzehnte bewusst keine Portraits gemacht. Bewusst bedeutet, ich habe Menschen fotografiert, aber nicht realisiert, das ich Portraits mache.

Events

Vor einigen Jahren hat mich hatte mich ein befreundeter Amateurfotograf gefragt, ob ich keine Lust hätte, mit ihm zusammen eine Fantasy-Event in Holland zu besuchen. Mein erster Impuls war zu sagen … ich fotografiere keine Menschen… ist nicht mein Ding… ich kann das nicht… Aber dann bin ich doch mit ihm gefahren.

“Bewaffnet”, mit einer Sony-Crop-Kamera mit einem Kit-Objektiv. Mehr hatte ich nicht dabei. Hätte auch nichts gebracht, da ich zu der Zeit keine Portraitobjektive hatte.

Wir haben uns vor Ort getrennt und jeder hat sein Ding gemacht:

 

 

Ich weiß noch, wie überrascht und begeistert ich war, das ich ein paar “vernünftige” Portraits gemacht hatte.

Mir war sofort klar, was mich in seine Bann gezogen hatte und zu guten Bildern geführt hatte:

Ich war von der Paarung aus Schönheit und Ausdruck überwältigt worden.

 

Seit dem bin ich (Beauty)Portraitfotograf. Aber nur wenn Beides zutrifft, ist es für mich auch ein gutes Bild geworden.

Ich habe an dem Tag auch direkt etwas wichtiges gelernt. Das Licht ist entscheidend und nicht die Technik.

Wer Licht nicht “lesen” und beherrschen lernt, wird es nicht schaffen

 

Ein hartes Urteil, aber täglich von Hunderten von Fotografen negativ nachgewiesen. Auch wenn es jetzt absolut Arrogant klingt… Ich mache mit meinem Smartphone bessere Fotos.

Sie denken, ein hübsche Modell und viel Haut, macht sie erfolgreich… Nur was für ein Erfolg (siehe oben). Natürlich “sex sells”, aber wohin. Wer in die Portraitfotografie geht, um sich an hübschen Mädels zu erfreuen oder nackte Haut zu sehen, hat dort nichts zu suchen. Es ist die vollkommen falsche Einstellung und führt nur zu den drittklassigen Aufnahmen, die wir täglich ertragen müssen.

 

Leidenschaft

Die Leidenschaft für das was man macht ist entscheidend, aber sie darf nicht schwanzgesteuert sein, sondern muss aus dem Herzen und Verstand kommen.

Man muss versuchen, so objektiv wie möglich zu definieren, wo die eigene Leidenschaft in der Fotografie liegt. Deshalb darf man sich auch nicht über “Blümchenfotografen” oder ähnliches negativ äußern oder herabblicken. Entscheidend ist die vorhandene Leidenschaft und die führt irgendwann auch zur entsprechenden Qualität. Weil man es eben ernst nimmt!

Die Ernsthaftigkeit junger männlicher Fotografen in der (jungen) weiblichen Portraitfotografie ist oftmals nicht gegeben. Es ist hormongesteuert und wenn die Hormone abklingen, ist es aus mit der Leidenschaft. Nach ein paar Monaten oder Jahren war es das.

Ich persönlich habe sofort erkannt, das meine Leidenschaft in der Beauty-Portraitfotografie liegt. Ich habe auch Bilder im Bereich Charakterportrait gemacht, bin aber der Überzeugung, das ich dort eher zweitklassig bin:

 

Irgendwie habe ich es nicht mit Männern oder Kindern.

 

Portfolio – Eins kommt zum Anderen

Die Frage “wie bekomme ich gute Modelle” … mit guten Bildern von weniger guten Modellen.

Man wächst vollautomatisch mit seinen Modellen und den Beispielbildern.

Ich hatte ja kein Portfolio im People-Bereich, aber als Vollprofi durchaus das Ziel hier Geld zu verdienen.

TfP-Shootings sind für den Aufbau eines  Portfolios und seiner Erweiterung ideal.

Ein befreundet Fotograf sagte dann, “geh doch in die Modell-Kartei. Dort sind tausende von Hobbymodellen und deine Bilder sind jetzt schon besser als das meiste, was da rumfliegt” (Orginalzitat). Man muss dabei sagen, das war vor einigen Jahren, wo die Modell-Kartei noch keine “Schmuddelkartei” war. Wie war also der Startpunkt:

  • Ein paar (Portrait)Bilder von Reisen und Events (Outdoor)
  • Kit-Objektiv, Weitwinkel war für mich nie eine Option für Portraits
  • Ein paar Systemblitze und Lichtformer für Homeshootings …

Mein erstes Portfolio im Peoplebereich, war sehr übersichtlich.

Heute, würde ich niemandem empfehlen in eine Modellgruppe zu gehen, ob Modell-Kartei oder Facebook, um ein Portfolio zu erstellen.

“Aber ich muss doch gute Bilder von guten Modellen zeigen, um weitere zu bekommen …”

Quatsch. Ganz im Gegenteil, kann es am Anfang sogar sehr negativ sein.

Wenn man nach neuen Modellen sucht, sollten die Modelle die man zeigt, dem nächsten Modellen entsprechen. Es muss sich wiederfinden!

Warum ist Germany’s Next Topmodel so erfolgreich? Weil es zeigt, das könntest du auch. Sieh her, sie ist nicht Top aber wird Modell… Eine riesige Verarschung der jungen Mädels, aber eben sehr erfolgreich, bringt riesige Einschaltquoten, entsprechende Sponsoren und damit eine Menge Geld.

Wenn ich heute sage, das nur die wenigsten GNTM-Modelle vor meine Kamera kämen, ist man entsetzt. Wahrscheinlich hält man mich für einen Aufschneider oder Arrogant. Weit gefehlt, ich suche Qualität im Ausdruck, keine stupide Schönheit.

Sucht euch “Modelle” in eurer Umgebung. Freunde, Familie, Verein, bei Lidl & Aldi oder auch, wie oben geschildert, auf  Events!

Wenn ihr mit diesen guten Bilder macht, werden sich immer mehr Frauen/Männer in diesen Bildern wiederfinden und zu einem TfP-Shooting ja sagen.

Erst recht, wenn ihr mit Portraits Geld verdienen wollt!

99,9% der Frauen/Männer die euch für Portraitaufnahmen bezahlen werden (und wollen) sind keine Modelle und haben definitiv nicht deren Aussehen. Der Rest hält sich schon für ein Modell (und superschön) und wird euch keinen Cent bezahlen.

Euer Portfolio muss deshalb dieses Klientel ansprechen und nicht irgendwelche Modelle. Wenn ihr also in eurem Portfolio nur Highend-Modelle zeigt, werdet ihr schnell in finanzielle Probleme geraten.

Nicht euer Ding? Ihr wollt nur schöne Menschen fotografieren? Bleibt Amateur oder werdet Fashion-Fotograf.

 

Wenn ich heute so ein Bild zeige, ist die Bewerbungsrate sehr gering. Entweder man traut es sich nicht zu oder man überschätzt sich maßlos. Die Bewerbungen wirklich geeigneter Modelle ist übersichtlich. Was man dann macht, später.

Ich habe also so angefangen, wie die meisten Fotografen. Mit “normalen” Frauen als Modell und mit:

Natürlichem Licht

Am Anfang habe auch ich nur mit natürlichem Licht gearbeitet. Wenn man reist oder auf Events ist, so ist natürliches Licht nun einmal vorhanden und alles andere erst einmal nicht.

Auch wenn ich über die Jahrzehnte auch mit Blitzen umgehen gelernt hatte, so fühlte auch ich mich erfahrener und wohler mit natürlichem Licht.

Nur sagt bitte nicht “Ich shoote nur im natürlichen Licht. Das ist besser und natürlicher”. Es ist nur ein Synonym für “Ich bin zu blöd einen Blitz zu bedienen”. Solche Leute lehne ich ab.

Natürlich wurde ein 70-200mm/2.8 und ein 85mm/1.4 angeschafft. Aber auch nicht mehr. Hat sich bis heute nur sehr wenig geändert.

Eine Vollformatkamera und 50MP braucht ihr definitiv nicht! Ich habe zwar eine Sony A7R, aber die war eigentlich nur für die Produktfotografie gedacht. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Eines meiner ersten Outdoor-Shootings bei natürlichem Licht. Ich weiß, kein Vergleich zu dem was man so von mir sieht, aber Teil meiner Historie.

Mein Ehrgeiz war immer, das Licht zu beherrschen.  Also egal welche Lichtverhältnisse ich habe, immer Aufnahmen zu machen. In diesem Fall Sommer, Mittags, keine Wolke am Himmel.

Nun würde jeder sagen, ab in den Schatten. Aber das wäre für mich einfach zu trivial. Was alle machen, mache ich noch lange nicht. Es würde ja bedeuten, das das Licht mich “besiegt” hätte und nicht umgekehrt.

 

Lichtqualität

Zudem geht auch im Schatten das wichtigste Element im Licht verloren, die Lichtqualität. Nur weil das Licht “weich” ist und man keine Fehler machen kann, ist es kein gutes Licht. Es ist nur langweiliges Licht. Achtet mal darauf, welche Bilder euch beeindrucken und welches Licht vorhanden war.

Wenn man etwas als Landschaftsfotograf lernt, dann ist es Folgendes. Das beste Licht hat man:

  • Kurz vor Sonnenaufgang bis rund eine Stunde nach Sonnenaufgang
  • Eine Stunde vor Sonnenuntergang bis kurz nach Sonnenuntergang (Blaue Stunde)

Auch wenn man sich Peoplefotograf schimpft, die Regeln des natürlichen Lichts gelten auch dann. Ein guter Landschaftsfotograf zu sein, schadet also nicht.

Es hat auch dazu geführt, das ich zum “Gegenlicht-Fotografen” geworden bin. Wenn die Lichtverhältnisse nicht so waren, wie es wollte, habe ich versucht das “Modell” ins Gegenlicht zu bekommen:

Nebenbei liebe ich das “Rimlight”. Dieser helle strahlende Rand. aber auch:

das “Engelchen”.

Die “Techniker” werden sagen “Überbelichtet”, “Überstrahlt”, “Detailverlust” …

Der Profi der Geld verdient, wird sagen “die Kasse klingelt” und die normale Frau sagt “wunderschön”.

Liebe dilettantischen Techniker, macht weiter so und lasst die guten Fotografen ihr Geld verdienen …

 

Den “normalen” Betrachter interessiert nur die Person und nicht der Hintergrund. Deshalb kann man auch Portraits auf einer Müllhalde machen.

Man muss in der Fotografie eines direkt lernen – was ist das wichtigste Element im Bild! Das hat nichts mit People, Landschaft, Produkt oder was auch immer zu tun. Es ist elementar.

Aber der wichtigste Punkt, den man lernen muss um erfolgreich zu sein ist:

Bilder werden auf der emotionalen Basis von den “Kunden” gekauft und nicht nach Pseudo-Gesetzen und Technik. 

Nur Fotografen denken, sie könnten die Realität mit Technik besiegen. Natürlich gibt es Rahmenbedingungen für spezielle fotografische Situationen, aber mehr nicht.

Diese Art Portraits, haben die Basis für meinen wirklichen greifbaren Erfolg gelegt.

 

Natürliches Licht + Systemblitz

Ich mache heute meine Bilder immer wieder auch mit einem Aufhellblitz und zwar auf der Kamera!

Nun höre ich schon wieder die nächsten erregten Kommentare. “Das macht man nicht”, “Das gibt schlechte Bilder”, “Das sieht unnatürlich aus” usw.

Die schlechten Bilder macht ihr und nicht der Blitz

Wenn ihr nicht mit Licht umgehen könnt, kann die Technik nichts dafür. Joe McNally hat einmal gesagt:

“The fillflash must be like a kiss. A kiss for the model”

Er hat vollkommen recht. Wenn ihr anstatt einem Kuss, mit der Brechstange zuschlagt …

Diese Aufnahmen sind mit einem Systemblitz auf der Kamera gemacht. Das ist meine derzeitige Technik.

Warum nicht mit “entfesseltem Blitz”?

Was für ein bescheuerter Begriff.

Nun ich fotografiere nun seit 54 Jahren. Taschenrechner parat? Glaubt ihr ernsthaft, dass ich mir noch das Kreuz breche, indem ich Studioblitze, Stative, Lichtformer, Reflektoren, wie ein Affe durch die Gegend trage? Wenn sie kein besseres Portrait ermöglichen?

Leute, wir sind Outdoor bei natürlichem Licht. Bei einem Aufhellblitz meiner (und Joe McNally’s) Qualität ist es vollkommen egal, wo der Blitz ist. Er hat nur zwei Aufgaben zu erfüllen:

  • Das Gesicht der Person leicht und gleichmäßig aufzuhellen
  • Möglicherweise ein Catchlight im Auge zu erzeugen

Er hat keinerlei kompositorischen Wert. Künstliche Szenarien mit “overpower the sun” und ähnliches, überlasse ich anderen.

 

Bildbearbeitung

Das bringt natürlich alles nichts, wenn man keine Bildbearbeitung betreibt. Alle meine Bilder sind (selektiv) bearbeitet.

Das bedeutet nicht, nur den generellen Kontrast oder die Helligkeit zu verändern. Es bedeutet künstlerisch tätig zu werden. Selektiv Bereiche zu verändern. Ich bin Beauty-Fotograf und kein dokumentarischer Fotograf. Jedes Mittel ist mir Recht, wenn ich das Ergebnis erreiche, das ich erreichen will.

Ich habe einen kleinen Anspruch, das es unmöglich oder zu mindest schwer erkennbar ist, was ich so getrieben habe, aber wichtig ist es eigentlich nicht.

Parallel zur Fotografie habe ich schon vor Jahrzehnten begonnen meinen Skills in diesem Bereich zu erweitern. Erst in der Dunkelkammer und heute in Photoshop & Co. & KG. Nachdem was ich hier so täglich sehe, scheint auch das nicht von schlechten Eltern zu sein 😉

Auch hier gilt wieder für die “Techniker, Puristen oder Gesetzestreuen”, wer ist hier erfolgreicher?

 

Der Weg ins Studio

Ich muss gestehen, das ich schon als junger Fotograf im Studio gearbeitet hatte. Das war also definitiv kein Neuland für mich, aber eine kleine Auffrischung.

Der Schritt ins Studio kam schnell nach den ersten Outdoor-Shootings. Die meisten Frauen möchten nicht, das Bildchen draußen vor dem Baum, das alle anderen schon haben, sondern das Besondere.

Wenn es ums Geld geht, so muss das, was man als Fotograf produziert, schon sehr von dem was Vater, Onkel, Mann usw. mit der kleinen Spiegelreflex/Smartphone so treiben können, abweichen. Warum sollte man für etwas bezahlen, was man umsonst haben könnte?

Umso mehr Geld man haben möchte, umso ausgefallener müssen die eigenen Arbeiten sein

Das gilt wie gesagt für Privatkunden. Bei Firmenkunden z.B. Businessportraits ist es nicht ganz so extrem. Aber auch da zählt die fachliche Qualität. Ich habe mich aus dem Businessbereich immer herausgehalten, da ich ihn als stinklangweilig betrachte.

Der Headshot

Ich habe schon sehr schnell bei meinen Outdoor-Shootings gemerkt, das meine Qualität mit der “Einschränkung” steigt. Ganzkörper ist relativ schwach (ja, ich weiß, weinen auf hohem Niveau) und Headshot sehr gut. 2015 zählte ich international  zu den Top20% im Bereich People und damit in der Realität “Headshot”.

 

Das erste was ich also im Studio angefangen habe, war Headshots zu machen. Dazu habe ich mir eine neue Technik von Joel Grimes angeeignet und in rund zwanzig Tfp-Shootings im Studio perfektioniert. Witzigerweise, setze ich diese Technik schon lange nicht mehr ein:

Diese Modelle habe ich auf der Basis meiner Outdoor-Portraits ins Studio bekommen. Ich musste also gar nichts im Studio nachweisen, sondern nur grundsätzlich das ich gute Bilder mache.

Aber habt ihr es bewusst gelesen? 20 TfP-Shootings um eine Technik zu perfektionieren!

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn jemand eine Workshop macht oder Youtube-Videos studiert und meint  – das war’s

Nein, das ist erst der Anfang! Wer nicht übt und aus unzähligen Fehlern lernt, wird eben nicht der erfolgreiche Fotograf werden.

Das Studium von Fotobüchern, Magazinen usw. bringt uns nur die großkotzigen Theoretiker in Facebook & Co. die jedem Anfänger sagen was er angeblich falsch gemacht hat und er anders machen würde. Was er natürlich nicht macht, da er nur ein Profi im Schaumschlagen ist.

 

Das dumme Thema “Erotik”

Wie ganz oben geschildert, war eines meiner ersten Pay-Shootings ein Boudoir. Pay-Shootings kann und will ich nicht zeigen.

Warum? Nicht nur das man es meistens nicht darf. Die abgebildeten Frauen sind selten portfoliofähig.

Boudoir & Akt als TfP ist bei mir die absolute Ausnahme. Nicht nur, das es mich nicht wirklich reizt, man kann sich auch schnell seinen Ruf ruinieren und das ist es nicht Wert.

Nur als Beispiel, das ich wirklich nichts gegen Erotik habe. Nur gegen die Qualität.

Homeshootings sind eine sehr gute Alternative zu Studio. Nur ist die Lichtsetzung hier noch weitaus herausfordernder als im Studio.

 

Personal Projects

Auch wenn man mit der Fotografie Geld verdient, muss man sich weiterentwickeln. Das geschieht definitiv nicht im Tagesgeschäft. Routine ist tötlich.

Wenn jemand also sagt, “Ich bin Profi, ich mache keine TfP’s, ist er ein Idiot”. Ich wäre nicht der, der ich bin, wenn ich nicht immer Zeit für TfP’s, sogenannte Personal Projects “geopfert” hätte. Es ist kein Opfer, sondern eine Bereicherung:

  • Fantasy Events
  • Retro Shootings
  • Ballett

Fantasy

Ich habe über die Jahre immer entsprechende Projekte und Shootings durchgeführt. Es fing, wie beschreiben alles im Fantasy-Bereich an:

Retro

Irgendwann sagt ein Modell “Ich würde gerne einmal mit Oldtimern shooten”. Sozusagen der Anfang vom Ende (Scherz).

Naiv wie ich war habe ich auf Facebook eine Anfrage nach einem Fahrzeug gestellt… Im Endeffekt waren es 6 Modelle, die sich gemeldet hatten und 11 Fahrzeuge am Set.

Mittlerweile mache ich 2-3 mal im Jahr einen solchen “Großevent” mit einem befreundeten Fotografen. Es macht einfach Spaß.

 

Ballet

Wenn man nur noch Beauty-Portraits macht, braucht man irgendwann einen “Ausgleich”.

Ich war selbst in jungen Jahren (also vor über 30 Jahren) für über 15 Jahre als Tänzer im Bereich Standard-Formation unterwegs.

Eine Leidenschaft bleibt also immer der Tanz und speziell der Ausdruck, Eleganz und die Disziplin der Balletttänzer. Ich liebe sie, obwohl sie mich auch vor einem Jahr sehr enttäuscht haben.

Also habe ich für drei Jahre ein spezielles Projekt in Bereich “Tanz” durchgeführt:

Aber der rote Faden, bleibt immer bestehen …

 

Der Weg zum Fine Art

Der Hintergrund das ich vor ein paar Jahren in den Fine Art Sektor gewandert bin, liegt an der schlechten Bildqualität, die man leider immer mehr sieht und der kleine “Ansel Adams” in mir. Ich hatte ja über Jahrzehnte versucht, Fine Art Landscapes zu machen.

Wegwerf-Fotografie

Ich wollte einfach keine Wegwerf-Fotografie mehr machen. Hat sich mittlerweile relativiert. Aber eine Zeit lang, habe ich immer weniger kommerziellen Bilder  gemacht und auch in 2016 ganz aufgehört.

Warum Wegwerf-Fotografie? Das liegt an einer amerikanischen Studie, die besagt,

das Thumbnails (kleine Vorschauen) nur maximal 2 Sekunden betrachtet werden, große Bilder nur maximal 30 Sekunden und mehr als 99,99% aller Bilder nach 24 Stunden vergessen sind!

Ich wollte das meine Bilder Bestand haben! Das geht aber nur an den Wänden von Kunden, Sammlern und Museen. Auch das beste Cover eines Magazins (Fashion, Foto, …) landet nach ein paar Tagen oder Wochen im Mülleimer. Das passiert auch der Vogue.

Ich bin nun einmal der Sohn eines Jazz-Musikers und der Enkel eines Malers.  Mein Großvater hat mir ja zum achten Geburtstag meine erste Kamera geschenkt. Ein Stück Plastik von Kodak.

Ich weiß nicht wie viele Museen und Galerien ich in meinem Leben besucht habe, aber alleine mit meinem Großvater, war es alles was in Reichweite war.

Chiaroscuro

Eine Maltechnik aus der Spätrenaissance hat mich immer schon fasziniert. Dazu kamen die Bilder aus der Zeit des Hollywood Glamour von Hurrell usw.

Dies hat mich motiviert, diese Zeiten in der modernen Fotografie wieder aufleben zu lassen. Also mit der Nutzung der heutigen Studioblitze.

Mein erstes Hollywood Glamour. Das Modell ist eigentlich keines, sondern damals eine Bundesliga-Tennisspielerin …

Es dürfte mittlerweile mein bekanntestes Bild sein, das auch den Weg in die Kunstszene eröffnet hat.

Kurz danach erfolgten die ersten Chiaroscuro-Fotografien und es setzt sich bis heute fort:

 

 

Wie geht es weiter?

Nachdem ich mich aus dem kommerziellen Bereich herausgezogen habe, bin ich eigentlich nur noch Hobbyist. Nicht so ganz, aber immerhin. Ich mache nur noch das was mir Spaß macht.

  • Fine Art
  • Beauty & Glamour
  • Retro
  • Fantasy
  • Ballet

Ich glaube, das wird mich noch eine Weile beschäftigen.

P.S. Ich weiß das vielen meine Ausdrucksweise zu hart ist. Das Leben ist aber kein Ponyhof. Wenn man Dilletant bleiben will, kann man ja die Realität verdrängen.

 

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