Wie werde ich ein erfolgreiches Modell?

Der Traum der meisten Teenager. Nur ist er realistisch?

Was ist Erfolg?

Man muss sich erst einmal klar machen, was man als Erfolg definiert:

  • Hunderte von Follower auf Facebook?
  • Tausende Likes auf ein Erotikfoto?
  • Ab und zu ein paar Euros zu verdienen?
  • Seinen Lebensunterhalt mit Shootings verdienen?
  • Auf dem Laufsteg daherwackeln?

Es gibt eine aktuelle Studie in den USA die besagt:

Im Durchschnitt verdient ein Modell in den USA 11 US$/Stunde

Nun, das beinhaltet alle Modelle. Die Teilzeit, wie auch die Vollzeitmodelle.

Was besagt es nun?

Nur, das es wie in jedem Beruf und Business viele gibt, die eben am Minimum leben und einige wenige die es zu Reichtum schaffen. Nichts Neues oder ungewöhnliches. Einfach nur das ganz normale Leben.

Was ist nun mein Zielmarkt?

Das ist nun die wichtigste Frage zu erst. Was möchte man nun erreichen?

  • Schöne Bilder von sich für Facebook, Instagram usw haben?
  • Geld von Fotografen für ein Shooting bekommen?
  • Geld von einem Unternehmen für Werbeaufnahmen bekommen?
  • In Paris über den Catwalk laufen?
  • Auf dem Cover der Vogue erscheinen?

Ich habe den Schwierigkeitsgrad mit Absicht von leicht zu schwer aufgebaut.

Wer Geld verdienen möchte sollten den nächsten Block einfach überspringen

Schöne Bilder für Social Media

Ein „erfolgreiches“ Hobbymodell zu werden ist eigentlich sehr einfach. Wenn man den Ansprüchen des Fotografen genügt. Aber hier ist eben der Knackpunkt.

  • Es gibt Hobbyfotografen, die einfach nur ein Modell suchen
  • Es gibt sehr gute Hobbyfotografen, die sehr gute Modelle suchen
  • Es gibt Profifotografen, die außergewöhnliche Modelle für ihr Portfolio suchen

Auch hier, eine entsprechende Steigerung der Schwierigkeit.

Im ersten Punkt ist es oftmals nur die Verfügbarkeit und ein akzeptables Aussehen. Relativ leicht zu erfüllen, aber auch relativ heikel. Man weiss nicht wirklich mit wem man es zu tun hat.

Es gibt sehr gute Hobbyfotografen, die aber vergleichbare und teilweise höhere Ansprüche an das Modell haben, als Profis. Klingt erst einmal verrückt, liegt aber daran, das Profis Pragmatiker sind und von ihren Kunden getrieben werden. Es ist nicht ihr „Geschmack“, sondern der des Auftraggebers entscheidend.

Die Erwartungshaltung des Hobbyisten ist meisten von Magazinen und theoretischen Qualitätsansprüchen geprägt. Für sie muss ein Modell oftmals „posingsicher“ sein.

Posingsicher

Was ist posingsicher in der Realität?

Für die Hobbyisten geht es meistens um eine Art „Pseudo-Fashionaufnahme“ und das das Modell entsprechende eigenständige Körperposen annehmen kann. Es geht hier darum, möglichst wenig sagen zu müssen und entsprechende Fashion-Magazine nachempfinden zu können.  Die berühmte S-Kurve im Körper wird als Standard angesehen.

In diesem Fall, sollte man das tun, was weibliche Wesen eigentlich immer gerne tun – Fashion-Magazine studieren.

Aber nicht nur studieren, sondern auch die gezeigten Posen vor dem Spiegel zu üben. Wenn man diese nun im Studio dem Hobbyisten unaufgefordert „abliefern“ kann, ist dieser glücklich und man ist ein erfolgreiches Modell (für dieses Szenario).

Die Erwartungshaltung des Profis ist nicht unbedingt anders, aber orientiert sich an seiner Zielsetzung. Ist er ein Fashion-Fotograf, weichen möglicherweise die Anforderungen nicht großartig ab.

Portrait

Ist er ein Portraitfotograf (wie ich), so sollte man das Wort „posingsicher“ nicht in den Mund nehmen. Posingsicherheit im Portrait ist in den seltensten Fällen und nur wenigen Modellen gegeben.

Portrait hat eine eigene Qualitätsstufe und die nennt sich Ausdruck. Hier ein Detailartikel:

Das mit dem Ausdruck ist so eine Sache …

Wie ein professionelles Modell es macht, kann man an diesem kompletten unbearbeiteten Shooting sehen:

How to pose like a professional model

Geld von Fotografen für Shootings bekommen

Ja, jetzt wird es gemein. man kann von (Hobby)Fotografen Geld für ein Shooting bekommen, wenn man:

  • sich auszieht
  • oder er einen Workshop plant

Wie ich schon sagte, spreche ich über die gelebte Realität.

Es mag Hobbyfotografen geben, die Geld für ein Portraitshooting bezahlen, die sind aber sehr selten. Warum? Es gibt tausende Hobbmodelle, die es für umsonst (TfP) machen.

Das ist für mich nicht negativ, da ich niemals privat für ein Modell bezahlen würde, nur kommerziell gegen Auftrag.

Erotikfotografie

Das meiste Geld wird für Erotikshootings ausgegeben. Es gibt Modelle die wirklich ihren Lebensunterhalt hiervon bestreiten. Ob man das möchte, muss jeder für sich entscheiden. Ich enthalte mich jeglicher Wertung.

Aber auch hier muss man einen entsprechenden und gepflegte Körper haben und die Posingregeln für Akt und Boudoir beherrschen. Diese sind vollkommen anders als in Fashion und Portrait. Hier empfiehlt sich das Studium entsprechender Magazine und Social Media Gruppen. Pornos sind definitiv ungeeignet, es sei denn man möchte in diesen Bereich abrutschen.

Workshops

Sind eigentlich schon kommerzielle Shootings. Hier werden Hobbyfotografen zur Kasse gebeten und das Modell durchaus angemessen entlohnt. Es ist aber ein harter Job, das man über mehrere Stunden konzentriert posen (arbeiten) muss.

Wenn es kein Erotikworkshop ist, die auch hier sehr verbreitet sind, so wird professionelle Modellqualitäten erwartet. Dazu später.

Geld von einem Unternehmen für Werbeaufnahmen bekommen

Kommerziell wohl der größte Anteil z.B. die Katalogfotografie im Fashion. Aber hier wird einiges von den Agenturen erwartet, was die wenigsten Modelle erfüllen:

  • Größe
  • Figur
  • Ausdruck
  • Disziplin
  • Kontinuierliche Weiterbildung

Gerade bei den letzten beiden Punkten mangelt es oft. Modell ist eine Berufsbezeichnung und sollte auch so gesehen werden.

Ich bin schön, stelle mich dummdreist vor die Kamera, mache nur was ich will und wann… ein absolutes „no go“.

Entscheidender für den Erfolg als das Aussehen, ist die Professionalität in Arbeit und Auftreten. Höflichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement gehören dazu.

Ich habe mehr Modelle von der Liste gestrichen, wegen Unhöflichkeit, Unzuverlässigleit und Oberflächlichkeit als man vermuten würde.

Als Modell muss man kontinuierlich an seinem Körper und seinem Ausdruck arbeiten. Im Fashion gilt „one fits all“, das bedeutet jedes Modell sollte in jedes Outfit passen. Oftmals gibt es eben nur eine Größe pro Outfit am Set!

Aber es gibt ja nicht nur Fashion! Auch wenn Heidi Klum das mit ihrer Germany’s Next Topmodell suggeriert, so ist das nur Germany’s next Fashionmodell, nicht mehr.

Die Realität entspricht allen anderen Branchen der Welt. Es gibt wenige Generalisten, aber sehrt viele Spezialisten:

  • Fashion
  • Beauty
  • Glamour
  • Lifestyle
  • Curvy & Plus Size
  • Best Ager
  • Hand
  • Bein
  • Fuss

der wichtigste Punkt ist, sich selbst richtig einzuschätzen. Wer 1,50m groß ist, wir niemals ein Fashionmodell werden, aber bei passender Figur durchaus im Glamour-Bereich erfolgreich sein. Wer wie das Mädel von Nebenan aussieht, kein High Fashion, da gilt nur abgedrehtes.

Bei Modellagenturen bewerben

Es ist immer noch so, das die meisten Aufträge im kommerziellen Bereich über Modellagenturen akquiriert werden. Bei einer oder mehreren Agenturen im Bestand zu sein ist also ein muss.

Polaroids

Mittlerweile etwas aus der Mode gekommen, stellen sie aber immer noch ein Merkmal für die professionelle Einstellung da. Warum? Weil man daran sieht, das das Modell sich im Vorfeld schlau gemacht und vorbereitet hat. Blauäugigkeit ist auch ein schlechtes Zeichen in Richtung Oberflächlichkeit:

Polaroids? Was sind Polaroids? Etwas für Modelle

Der Headshot

Sagt etwas über die Ausdrucksfähig des Modelles aus. Ebenfalls über deren Persönlichkeit.

Headshots sind für Modelle, Schauspieler und andere Künstler unabdingbar.

Modelportfolio

Das Ergebniss ist ein Modellportfolio, auch oft Modellmappe genannt. Ich empfehle:

  • Eine PDF mit den Bilder zum versenden per Email
  • Eine DINA4-Mappe mit ausgedruckten Bildern zur persönlichen Vorlage

Ich weiß, das Papier unmodern geworden ist, aber damit hebt man sich eben gerade heute von der oberflächlichen Masse ab. Wer will, kann seinen Tablet nehmen, nur machen das eben alle.

Meine Portfoliomappe ist sogar in DIN A3 und enthält exakt 40 Bilder. Für einen Anfänger reichen jedoch 10 Bilder vollkommen aus.

Ein Headshot, 2-3 Polaroids und der Rest bespielhafte Bilder aus dem Bereich in dem man gebucht werden möchte.

Diese Modellportfolio lebt! Es bedeutet, das man sich kontinuierlich in der Region nach hochwertigen Fotografen umschauen sollte, um das Portfolio kontinuierlich zu verbessern.

Achtung! Was ein hochwertiger Fotograf ist bestimmt nicht der Geschmack des Modells!

Die Branche entscheidet es. Im Zweifelsfall die Agentur fragen, bevor man ein Shooting mit einem Blender macht.

Es ist schon ein „running joke“ geworden, wie oft junge Anfängermodelle ein Shooting mit den Worten „Ich mag die Bilder nicht. Ich shoote nur mit guten Fotografen“ abgelehnt haben. Da lachen die Kollegen tränen, wenn ich es an einem Stammtisch erzähle. Nebenbei versaut man es sich damit direkt bei der ganzen Branche.

Agentur ist nicht gleich Agentur

Nicht nur das die Qualität ganz unterschiedlich ist, es gibt auch hier Spezialisten.

Bei 1,65m Größe bei einer Agentur zu bewerben, die Hauptsächlich Kunden aus dem Bereich Standard-Fashion hat, verschwendete Zeit. Bei einer Glamour-Agentur jedoch könnte es passen, wenn der Körperbau passt.

Vor der Bewerbung also immer erst einmal den aktuellen Modellbestand sichten und wenn vorhanden die Kundenreferenzen.

  • Was ist deren Kundenschwerpunkt?
  • Was ist deren Bereich? Lifestyle, Fashion, Glamour, …
  • Passe ich als Modell in deren Portfolio an Modellen?
  • Passe ich als Modell in deren Kundenkreis? H&M ist nicht High Fashion usw …
  • Gibt es schon dutzende Modelle, die meine Zwillingsschwestern sein könnten?

 

Unseriöse Agenturen

Es gibt Agenturen, die verlangen nach der Bewerbung direkt ein „Honorar“. Meistens ist es für „entstandene Aufwendungen“ oder dem Aufbau der oben geschilderten Modellmappe. Dies macht die Agentur nicht unbedingt unseriös, aber man sollte schon skeptisch werden. Eine Verrechnung der Kosten der ersten Sedcard mit dem ersten Auftrag ist jedoch nicht unüblich.

Früher habe ich für ein Modellportfolio natürlich als Fotograf Geld verlangt. Aber dann sind die Ergebnisse entsprechend! Wenn man Geld für eine Modellmappe verlangt, sollte man direkt fragen, wer der Fotograf ist und sich direkt im Web über ihn schlau machen. „Wir haben einen eigenen Fotografen“ (und wollen Geld dafür), der anonym bleibt, deutet wirklich auf Unseriösität hin!

Exklusivverträge, sind ebenfalls ein klarer Hinweis auf Unseriösität! Sie nutzen nur der Agentur und niemals dem Modell, es sei denn, die Agentur bezahlt dafür. Unseriöse Agenturen benutzen es dafür den „Markt abzugrasen“, um den Mitbewerb auszuschalten. Es geht ihnen nur darum, das Modell „vom Markt zu holen“. Die meisten enden als Karteileichen.

Kampagnenexklusivität (für den Endkunden) ist jedoch durchaus üblich. Diese bezieht sich jedoch nur auf eine spezielle Werbekampagne und hat nichts mit der Agentur zu tun!

Die meistens erfolgreichen Modelle haben mehrere Agenturen. Sie wollen ja voll ausgebucht werden.

Freie Zeit nutzen!

Ich bin nun bei einer Agentur. Das war’s

Nein, jetzt fängt es erste an. Mit der Annahme der Bewerbung landet man erst einmal im „Bestand“. Das bedeutet noch keine Aufträge! Wenn man keine Aufträge hat, bedeutet es, das man etwas dafür tun muss um welche zu bekommen.

Es fängt mit der Pflege des Körpers an – von Gym, über Maniküre bis Frisör. Das bezahlt und organisiert keine Agentur der Welt (ich kenne keine). Jederzeit gepflegtes Aussehen ist ein absolutes muss!

Üben, üben, üben. Wie schon oben geschildert muss man selbst sein Modellportfolio weiterentwickeln. Darauf zu warten, das es ein Auftrag möglich macht ist Wahnwitz.

Warum? Oftmals darf man die Bilder gar nicht verwenden. Das entscheidet der Auftraggeber. Weiterhin müssen die Ergebnisse nicht Portfolioqualität haben (eigentlich selten), nur weil sie bezahlt wurden!

Katalogfotografie z.B. ist selten wirklich hochwertig. Umso hochwertiger die Aufnahmen, umso wahrscheinlicher das sie nicht verwendet werden dürfen. Die vielen Smartphone-Fotos von Magazin Covern und Seiten, kommen nicht von ungefähr.

 

 

Also gilt, wie oben beschrieben, nach hochwertigen Fotografen suchen und um ein TfP bitten. Und dabei immer schön den Ball flach halten …

Selbstbewusstsein ist ok, aber das arrogante Topmodell geben, ist meistens kontra-produktiv.

 

Fortsetzung folgt, wenn ich mal wieder etwas Zeit habe …

Fazit

Von nichts kommt nichts. Professionelles Modeln, ist harte Arbeit, Disziplin und Soziale Kompetenz, da man mit einer Menge Menschen positiv zusammenarbeiten muss, Auftraggeber, Fotograf, Visas, Assistenten, und und und. Aussehen reicht nicht.

  • Körperpflege
  • Disziplin
  • Freundlichkeit und Respekt
  • Lernfähigkeit
  • kontinuierliche Weiterbildung

Hoppla, kennen wir das nicht auch aus anderen Berufen?

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