Welche Kompositionsregeln wirklich gelten

Wenn es etwas gibt, das seit Jahrzehnten “Frischlingen” (Fotografen ohne Erfahrung) immer wieder eingetrichtert wird, so sind es Kompositionsregeln…

Goldener Schnitt, oder Rule of Thirds, Symmetrie, führende Linien …

Die meisten sind keine Regeln, keine Gesetze, gerade einmal Kompositionsempfehlungen. Ich könnte auch dutzende Beispiele liefern, wo diese “Regeln”, definitiv falsch sind.

Leider sagt die Mathematik in n -> n+1 das nur dann etwas als Regel oder Gesetz gilt, wenn es durchgängig n-mal stimmt und auch beim n+1.mal stimmen wird. Also keinerlei “Ausnahmen” oder anderer Selbstbetrug.

Die wahren “Regeln” kommen aus der

angewandten Psychologie

Sorry, wir sind nun einmal Menschen. Wir unterliegen psychologischen Gesetzmäßigkeiten und diese bestimmen auch, wie wir Bilder wahrnehmen und beurteilen.

Daher kommen diese Regeln auch vor allen Kompositionsempfehlungen. Nur was sind die psychologischen Regeln nach denen wir “tanzen”.

Kontraste

Die Kontraste im Bild bestimmen vordringlich, wie wir ein Bild betrachten. Es gibt in der Praxis drei Kontrasttypen in folgender Reihenfolge:

  • Helligkeitskontrast
  • Schärfekontrast
  • Farbkontrast

Unser Blick wird von diesen Kontrasten in der Reihenfolge gelenkt. Wir kommen dagegen nicht an, da es genetisch programmiert ist. Vieles noch aus unsere Zeiten als gejagte Höhlenmenschen.

Unser Blick geht nun einmal erst zum hellsten, schärfsten und farbintensivsten Bereich im Bild. Danach gleitet er erst ab in die dunklen, unscharfen Bereiche ohne intensive Farbgebung.

Aber schon bevor wir in diese Bereiche abgleiten, hat unser Gehirn schon seine Entscheidung getroffen. Ob wir das Bild gut oder schlecht finden und ob es uns interessiert oder nicht.

Ich empfehle deshalb Nachwuchsfotografen, etwas mehr auf die Psychologie als auf zweitrangige Kompositionsregeln zu achten.