Was hast du davon?

Kostenfreie Shootings (TfP) zu machen? Diese Frage taucht immer wieder auf und ist erst einmal berechtigt.

Ein (ehemaliger) internationaler Portraitfotograf, der Geld verschenkt? Bin ich ein Idiot?

Nein, die die sagen „Ich mache kein TfP“ (ich bin Profi). Nein, du bist der Idiot, ob Modell oder Fotograf.

Warum macht der Pianist täglich stundenlang Fingerübungen? Warum quält sich die Balletttänzerin jeden Tag im Training?

Weil Sie Profis sind

Früher und Heute

Früher waren es meine Fingerübungen und die Zielsetzung perfekt zu werden. Man kann nicht beim Kunden „üben“. Wer das macht, hat kein Recht sich Profi zu nennen. Ein Profi geht soweit wie möglich perfekt vorbereitet zum Kunden.

Heute ist es die Notwendigkeit, tausende von Followern in den (a)sozialen Medien mit Bildern zu versorgen. Es ist der Druck, täglich etwas Neues zeigen zu müssen.

Die Hoffnung stirbt nie

Natürlich hofft man darauf, das das nächste „Modell“ vor der Kamera zu einem Portfoliobild verhilft.

Ich habe Zeit meines (Berufs)Lebens nicht geschafft, ein wirklich hochwertige Bild in innerhalb eines Auftrages zu erzielen. Alle meine Portfoliobilder und erst recht die „Iconic Pictures“ sind bei TfP’s entstanden.

Woran liegt das?

An der Stupidität der Branche. Dem (fehlenden) Qualitätsbewustsein der Kundschaft …

Ja, harte Worte, aber belegbar. Der Durchschnittskunde, ob Privatperson oder Designer, hat einen recht trivialen Qualitätsanspruch. Es soll exakt so sein, wie im zuletzt gelesenen Magazin oder den Bildern des aktuellen Portfolios. Was Neues, kommt das sehr selten vor.

Das gilt aber auch für die vorhandenen Profimodelle. Auch sie sehen nur, was sie bisher erfolgreich gemacht haben, was Geld bringt und was sie täglich in den typischen Magazinen sehen … Deshalb sind unverbrauchte Neulinge auch so angenehm.

Zurück zur Professionalität

Wenn ich professionell arbeite und auch noch mittelfristig Geld verdienen möchte, muss ich mich kontinuierlich verbessern und weiterentwickeln. Das ist in jedem Beruf und Branche so, nur in der Fotografie denken die meisten Fotografen, das es schon die nächste technologische Entwikclung für sie regeln wird. Es gibt kaum eine Branche in der man so technologieverliebt, an der Realität vorbei lebt.

Fazit: Warum mache ich also TfP’s?

  • weil ich mich immer noch weiterentwickeln will
  • weil ich gleichbleibend gute Qualität abliefern will
  • weil ich leider Bilder für Social Media brauche
  • weil ich die Hoffnung auf Portfoliobilder nicht aufgebe

und vor allen Dingen, weil die „Katze das Mausen“ nicht sein lassen kann. Ich bin raus aus dem kommerziellen Geschäft, wie sollte ich sonst weiter machen?

 

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