Tutorial – Clamshell Lighting

Das sogenannte Clamshell-Lighting ist der Standard im Bereich „Headshot“. Der Name stammt von der seitlichen Ansicht auf Lichtformer und Reflektor. Es soll aussehen, wie eine geöffnete Shellmuschel, deshalb Clamshell.

Es gibt unterschiedlichste Arten des Clamshell-Lightings. Sie unterscheiden sich in erster Linie dadurch, welche Art von Lichtformer eingesetzt wird.

Der Lichtformer bestimmt, die Härte oder Weichheit des Lichtes im Bildergebnis. Unterschiedliche Szenarien, bedingen unterschiedliche Lichtsetzungen. Ich unterscheide grundsätzlich in zwei unterschiedlichen Szenarien und Märkte:

Fashion Headshot

Der Fashion Headshot, wird wie benannt, meistens für Modelle im Fashion-Bereich für deren Sedcard verwendet. Die Art und Weise unterliegt im Fashionbereich der aktuellen Mode. Was gerade IN ist oder nicht.

Aktueller Trend entspricht dem der Fashion-Ganzköperaufnahmen, nur mit Konzentration auf das Gesicht. Etwas etwas härteres Licht bevorzugt und die Mimik des Modells entspricht dem aktuellen Geschmack.

Das folgende BTS-Video zeigt ein Sedcard-Shooting für ein Modell mit Modelcoach und Video-Bomber (eine befreundete Fotografin). Leider mussten wir den Orginalton aus lizenztechnischen Gründen abschalten. Wir haben eben aktuelle Musik im Studio …

 

 

Eingesetzt wurde ein 70cm-Beauty-Dish mit Diffusor (Socke). Er gibt etwas härtere fashion-like Lichtqualität für den Headshot.

Der Beauty-Dish befindet sich fast waagerecht über dem Modell und erzeugt stärkere Schatten unter Nase und Kinn, die vom Reflektor entsprechend aufgehellt, aber nicht eliminiert werden.

Hier einige Beispiele:

Beauty Headshot

Der Beauty Headshot wird hauptsächlich im kommerziellen Beauty-Bereich und bei Beauty-Portraits von weiblichen Privatpersonen eingesetzt. Hier wird weicheres Licht bevorzugt und die Mimik, gerade bei Privatpersonen, entspricht der Persönlichkeit und Realität.

 

 

Man bevorzugt hier eben weicheres Licht und damit Softboxen. In diesem Beispiel wurde ein 70cm-Deep-Para mit zwei Diffusoren eingesetzt.

Diesmal ist der Winkel nicht fast waagerecht, sondern eher 30-45 Grad zur Waagerechten.

Einige Beispiele:

Was ist wichtig?

Das man sich nach einem Testbild folgende vier Bereiche anschaut:

  • Catchlight im Auge
  • Schatten unter der Nase
  • Schatten unter dem Kinn
  • Die Schlüsselbeinknochen

Catchlight im Auge

Die Form und Größe des Catchlights bestimmt, ob die Position des Lichtformers für das entsprechende Szenario richtig ist. Natürlich hat das auch sehr viel mit dem persönlichem Geschmack zu tun.

Das Catchlight sollte einen kleinen Halbmond im oberen Bereich der Iris bilden:

  • Ist er zu groß, ist der Lichtformer zu tief
  • Ist er zu rund, ist der Winkel des Lichtformers zur Waagerechten zu groß

Schatten unter der Nase

Es handelt sich hier grundsätzlich um ein Butterfly-Lighting mit Reflektor. Der Nasenschatten zeigt folgendes:

  • Hat er die Form eines „Schmetterlings“ und ist symmetrisch, steht der Lichtformer richtig
  • Ist er nicht symmetrisch und verzerrt, steht der Lichtformer zu weit rechts under links vom Modell

Schatten unter dem Kinn

Der Schatten unter dem Kinn sagt aus, wie hart oder weich das Licht wirklich ist. Erscheint er sehr diffus, wir uns aber in einem Fashion-Szenario befinden, so muss man den Lichtformer gegen einen „härteren“ tauschen oder die Diffusion verringern. Das macht man bei eine Softbox einfach durch entfernen des äußeren Diffusors.

Die Schlüsselbeinknochen

Aktuell sind stark hervortretende Schlüsselbeinknochen im Fashion-Bereich IN (kein Kommentar). Also muss man darauf achten und durch Schattenbildung diese hervorheben (nur Fashion).

 

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