TfP-Verträge und die DSVGO

Ich höre täglich von TfP-Verträgen von Fotografen für (Hobby)Modelle und deren Umfang und Inhalt.

Für Modelle ist wichtig zu verstehen, das diese Verträge niemals das geltende Recht außer Kraft setzen können! Sprüche wie:

„In einem freien Land … kann man freie Verträge machen …“

sind absoluter Bullshit. Eine „intelligente“ Bemerkung, die in vielen (Modell)Gruppen und von Fotografen zu TfP-Verträgen und den aktuellen Inhalten (die oftmals schon sehr verschroben sind) gemacht wird. Nein, ihr könnt keine Verträge machen, wie es auch passt, weder in der Fotografie noch in anderen Bereichen. 

Die Wahrheit ist, das wir in einem Rechtsstaat leben, was bedeutet das sich allen an das Gesetz halten müssen. Auch Fotografen!

Es gilt, das wenn einen Passus in einem Vertrag gegen geltendes Recht verstößt, der ganze Absatz ungültig ist! Bei schweren Verstößen der ganze Vertrag!

Zusätzlich muss im Vertrag festgelegt sein, das der Fotograf die Persönlichkeitsrechte des Modelles wahrt! Dies bedeutete aber, das sehr viele Klauseln von denen ich gehört habe, unrechtmäßig sind und daher mindestens dieser Absatz ungültig ist.

DSVGO

Ab dem 25.5.18 tritt das neue europäische Datenschutzgesetz in Kraft, das u.a. eine klares Widerspruchsrecht und Löschungsrecht des „Betroffenen“ beinhaltet.

In unserem Fall kann ein Modell jederzeit widersprechen und die Löschung sowie Übergabe seiner persönlichen Daten vom Fotografen fordern. Dies bedeutet aber nicht nur die Adress- und Kommunikationsdaten, sondern gegebenfalls auch die Bilder, da diese als persönliches Datum gewertet werden können. Solange hier kein Grundsatzurteil erfolgt ist, gilt jedes Wort des Gesetzes.

Weiterhin gilt die Minimierung und zeitliche Beschränkung der „Datenhaltung“ der persönlichen Daten des Modelles. Somit müssen die Verträge zwar nach anderer Gesetzgebung über Jahre aufbewahrt werden, aber das gilt eben nicht für die weitere Speicherung der Adress- und Kommunikationsdaten, sowie des Emailverkahrs usw. Diese müssten eigentlich nach Ende des Vertrages, spätestens 4 Wochen danach, gelöscht werden.

Die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte ohne Einwilligung des Modelles ist ebenfalls untersagt. Das bedeutet aber, das eine namentliche Nennung und sogar Verlinkung auf Facebook & Co.KG gegen geltendes Recht verstoßen würde, wenn keine schriftliche Einwilligung existiert! Hier sind die TfP-Verträge definitiv zu überarbeiten oder wie ich es einfach mache… keine Nennung und Verlinkung ohne Anforderung vom Modell mehr.

Fazit für Fotografen

Lasst euch eure TfP-Verträge vom Fachanwalt machen. Ich habe das vor Jahren gemacht und überlege es in nächster Zeit zu wiederholen (DSVGO).

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