Sedcards

Sedcard? Was ist das eingentlich?

Die meisten wissen gar nicht, was eigentlich eine Sedcard ist. Der Hype von GNTM hat nur ganz am Rande und im Sinne “extrem” damit zu tun. Ist eben ein TV-Format.

Grundsätzlich ist eine Sedcard oder besser sogar Modellmappe, das Aushängeschild des Modelles. Nun gibt es aber ganz unterschiedliche Phasen im Leben eines Modelles und deshalb auch ganz unterschiedliche Anforderungen:

  • Basis-Sedcard zur Bewerbung bei einer Agentur
  • Sedcard zur Bewerbung bei Kunden z.b. Castings

Zeitlich gilt, erst die Basis, dann das “Vergnügen”

Wer bin ich

Nach 55 Jahren Fotografie und davon sehr lange auch professionell, bin ich nun seit 1.8.18 im Ruhestand. Das bedeutet, das kommerzielles Arbeiten und Geld keine Rolle mehr spielt. Deshalb habe ich seit Anfang 2020 auch kein eigenes Studio mehr

Ich mache aber aktuell immer noch Sedcards, Testshootings und Castings (ca. 80-100 pro Jahr) für befreundete Agenturen und deren Modelle.

Aktuell erfolgen die Shootings in einem Mietstudio im Mühlheim/Ruhr nähe HBF. Deshalb erwarte ich auch die Bereitschaft zu einer Kostenbeteiligung durch das Modell (30-50€). Ich bin zwar im Ruhestand aber kein Amateur und verzichte schon auf einen dreistelligen Betrag.

Vorbereitung ist alles!

Modell ist eine Berufsbezeichnung (wie auch Fotograf), auch wenn man es gerne vergisst. Nur weil man ab und zu vor der Kamera gestanden hat, ist man noch lange kein kommerzielles Modell.

Deshalb auch dieser Artikel und die nachfolgende Video. Es ist also nicht nur höflich, sondern im eigenen Interesse, es anzuschauen und umzusetzen.

Die Videos befinden sich jeweils hinter den entsprechenden Kapiteln.

Wie auch in allen anderen Branchen der Welt, ist auch hier harte Arbeit und Weiterbildung entscheidend. Schön auszusehen hilft nur bis zum ersten kommerziellen Shooting. Wer dort versagt, ist out und nur noch eine Karteileiche der Agentur.

Leider möchten viele rennen, bevor sie laufen gelernt habe. Das Ergebnis ist oftmals eine harte (Bauch)Landung.

Die Basis-Sedcard

Wenn man sich bei einer Agentur bewirbt benötigt man nur eine Basis-Sedcard, mit den Bildern die die spezielle Agentur verlangt!

Jede Agentur ist anders und erwartet auch immer wieder unterschiedliche Bilder. Deshalb muss man sich auch immer speziell auf diese Agentur nach deren Anforderungen bewerben!

Trotzdem gibt es eine Art roter Faden. Bilder die man im Portfolio haben sollte und bei Bedarf für die Bewerbung verwenden kann.

Das Thema Outfit wird jeweils nach den Beispielbildern behandelt.

Headshot

Warum Headshots? Weil dies die Basis von Beauty-Aufnahmen ist. Fast alle Beauty-Aufnahmen in der Werbung sind mehr oder weniger Headshots. Deshalb muss man auch etwas in dieser Richtung zeigen können, wenn man sich bei einer Agentur bewirbt, die ihren Schwerpunkt in diesem Bereich hat.

Bei den Headshots sollte man, wie gut zu sehen, etwas schulterfreies mitbringen.

Im Grunde ist es egal, auf welchem Weg man Schulterfreiheit erreicht. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, das es besser ist Bewegungsfreiheit zu haben, damit man auch mit den Händen arbeiten kann. Ansonsten sieht der Headshot sehr schnell, sehr statisch aus.

Makeup, sollte das Aussehen des Modelles nicht stark verändern. Die abgebildete Person muss auch noch erkennbar sein, wenn sie die Agentur zum Bewerbungsgespräch betritt. Wenn der Eindruck eines “Fakes” durch eine MUA entsteht, ist mit einer Einladung oftmals nicht zu rechnen.

Also maximal leichtes Tages-Makeup.

Portrait

Immer mehr Agenturen wollen sich die Aufnahmen für Ihre Webseite sparen. Deshalb fordern sie immer häufiger Bilder die direkt ihrem Corporate Design der Webseite entsprechen. Das geht von der Kleidung bis zum Hintergrund.

Was sehr oft verlangt wird, sind Portraits im weißen oder farbigen enganliegendem T-Shirt ( Schwarz ist meistens verpönt) und das vorzeigen der Hände. Das liegt daran,das die Hände oftmals ungepflegt sind (die Füsse erst recht). Die Körperpflege sagt viel über die Persönlichkeit aus (gilt auch für Fotografen).

Der Aufnahmebereich geht vom Brustbild bis hin zum Halbkörper.

Das folgende Video sollte man sich unbedingt zur Vorbereitung anschauen:

Polaroids

Ich nenne sie immer “Verbrecherfotos für Modelle”. Fehlt nur noch das Schild mit der Nummer vor der Brust…

Leider gibt es auch hier keinen Standard. Manche Agenturen wollen die klassische Polaroids:

Andere wollen einfach nur Portraits im amerikanischen Schnitt (unter dem Knie).

Auch hier gibt es nur eines zum Outfit zu sagen “körperbetont” Ob nun

  • Body
  • Enge Kleidung
  • Swimware oder
  • Dessous

ist eigentlich nebensächlich.

Wer später für Swimware und Dessous gebucht werden möchte, sollte unbedingt entsprechende Bilder im Shooting machen. Andernfalls könnte bei der Bewerbung ein falscher Eindruck entstehen und wenn die Agentur in diesem Bereich tätig ist, geht der Schuss möglicherweise nach hinten los.

Wichtig ist es immer auf der Webseite der Agentur die jeweiligen Anforderungen ernst zu nehmen!

Die Sedcard oder Modellmappe

Das was sehr oft, durch GNTM usw., von Anfängermodellen erwartet wird.

Nur, wenn man die Pflicht der Basis-Sedcard nicht schafft, nutzt einem die Kür überhaupt nichts.

Diese Sedcard ist quasi die Kür für das Anfängermodell (New Face). Für eine Bewerbung bei einer Agentur ist sie definitiv nicht notwendig!

Wichtig ist es zu verstehen, das eine Sedcard oder Modellmappe ein lebendes Dokument ist!

Eine Modellmappe entsteht nicht in einem Shooting und an einem Tag. Sie wächst mit der Zeit. Es wird von keinem Anfänger erwartet das er oder sie eine Modellmappe wie ein “altes” erfahrenes Modell hat.

Keine Überfrachtung! Immer nur die aktuell besten Bilder verwenden und nicht die Basis vergessen. 20 – 40 Bilder, nach Wichtigkeit sortiert, reichen vollkommen aus. Niemand hat die Zeit sich eine komplette Mappe anzuschauen. Das Interesse lässt nach 5-10 Bildern meistens schon stark nach.

Katalog-Fashion

Im Katalog-Fashion vor weißem Hintergrund ist das Outfit nur in einem Punkt relevant. Der neutrale weiße Hintergrund läßt grundsätzlich alles zu.

Das Outfit sollte den Bereich wiederspiegeln, für den man am Ende auch gebucht werden möchte. Entweder eng umrissen, z.B. Sporty oder breit gefächert. Für jeden Bereich sollte also (mindestens) ein Outfit dabei sein.

Wichtig ist, das man keine zusätzlichen Träger oder den BH durch das Outfit sieht. Alles was wie ein Fehler wirkt, ist zu vermeiden. Ein Profimodell hat immer einen trägerlosen, fleischfarbenen BH und Slip in der Tasche (sie empfehlen Hunkemöller …).

Das folgende Video sollte man sich unbedingt zur Vorbereitung anschauen:

Editorial-Fashion (Studio)

Editorial “schreit” nach höherwertigem, ausgefallenerem Outfit. Da es oft (bei mir) vor grauem oder schwarzem Hintergrund geschieht, bietet sich etwas dunkles oder mit kräftigen Farben an (Kontraste).

Ich halte nichts von farbigen Hintergrund bei Sedcard-Bildern. Erstens, wirkt es sehr schnell kitschig und lenkt von der Person ab. Zweitens, muss man dann die Farblehre bei den Outfits einhalten und drittens, kann man in Photoshop ohne große Mühe jeden Hintergrund einblenden.

Editorial-Fashion (On Location)

Hat keine feste Regel. Warum? Weil alles von der Location, der Aufgabenstellung und der Lichtstimmung abhängt. Das bestimmt das Outfit.

Curvy & Glamour

Möchte man im Bereich Curvy und Glamour tätig werden. Beides ist mittlerweile sehr stark verbunden, so muss man seine Kurven auch bewusst und gezielt einsetzen. Warum sollte man ein Curvy-Modell wohl buchen, wenn nicht für seine Kurven?

Dessous

Glamour ist ein recht großer Bereich. Auch Lingerie/Dessous müssen verkauft werden.

Wichtig ist hier, das man hochwertiges in

  • Dessous
  • Bodies
  • Korsett/Korsagen

wählt. Ein glatter, geschlossener BH ist zwar praktisch, aber für ein Sedcard-Bild nicht ideal.

Weitere Videos auf der Youtube-Playlist

Weitere Beispielbilder?

https://www.instagram.com/thefineartportrait/

Wann?

Unter der Woche ist recht leicht machbar. Bin ja Ruheständler.

Ich versuche aber auch immer wieder Sammel-Shootings an einem Wochenende im Monat einzurichten.

Wie?

Anfragen am besten über jh@joerghoevel.com, 0162-3717445 oder Instagram @thefineartportrait @joerghoevel . Facebook ist fast eingestellt, da ich mich durch FB nicht weiter zu Werbung erpressen lassen will.