Modelle führen …

Der Begriff taucht immer wieder auf. Nur ist dies wirklich nötig?

Ich persönlich “führe” meine Modelle nicht. Warum? Ist schnell erklärt. Ich mache Portraits – Fineart, Beauty, Glamour.

Portrait bedeutet Persönlichkeit

Es bedeutet nicht “künstlich” und es bedeutet eigentlich auch nicht “posen”. Natürlich ist es bei einer Frau nach spätestens drei Sekunden eine “Pose”, aber es ist ihre und nicht meine!

Ich bestehe auf Vorbereitung vor dem Shooting. In einem Video zeige ich die Möglichkeiten und erwähne die “do’s and dont’s “. Nicht mehr. Jeder ist seines Glückes Schmied und muss selbst wissen was er möchte oder nicht.

 

 

Wir leben in einem Zeitalter der Show, der Show willen und der Oberflächlichkeit. “Modelle” denken, weil sie gut aussehen (manche halten sich auch für die Schönste im Land), das dies automatisch bedeutet das sie gute “Modelle” sind. Selbst im leider sehr oberflächlich gewordenen Fashion-Bereich (auch Mainstream genannt) funktioniert das nicht.

Selbstüberschätzung und Arroganz ist im Portrait tötlich

Warum? Weil ein Portrait die Persönlichkeit zeigt. Den wenigsten Menschen gefällt Arroganz oder Herablassung. Dieses täglich in Bildern von Modellen gezeigte, ist nur für sie und ihresgleichen gut und positiv. Für den normalen Betrachter (inklusive Portraitfotografen) ist es meistens abstoßend. Ich persönlich finde es meistens nur zum k….

 

 

Ob lieb und freundlich

 

 

Ob ironisch

 

 

Ob kühl

 

 

oder sinnlich, spielt eigentlich keine Rolle.

Entscheidend ist, das man etwas (positives) zum Betrachter transportiert.

Und dies kann man leider nicht programmieren, erzwingen oder führen. Es ist entweder da oder nicht.

Die Modellwahl bestimmt den Erfolg eines Portraitfotografen

Das “Modell” macht bis zu 90% des Bilderfolges aus. Wählt man hier das falsche Modell, wird man immer versagen.

Dies macht auch meine Wut und Enttäuschung aus. Wir haben eine “Generation der Selbstdarsteller” (bei den Modellen) gezüchtet, die zum großen Teil nicht mehr in der Lage ist wirkliche “Ausdruck” auf Basis ihrer Persönlichkeit zu zeigen. Das Maximum ist Arroganz.

Einfach sich “schön” mit blödem Gesichtsausdruck vor die Kamera zu stellen (und alle Tipps und Videos im Vorfeld zu ignorieren) ist Tagesgeschäft. Was bedeutet das in der Konsequenz?

Die Kassiererin bei Aldi, die Bedienung im Restaurant … sind für einen Portraitfotografen besser als jedes “Modell”

Anfänger sind Ideal. Warum? Sie sind noch nicht von Möchtegern-Fotografen versaut worden. Sie haben noch Respekt vor der Situation und dem Fotografen. Sie sind auch keine “Kunstobjekte”, wie sie heutzutage von Visas erschaffen werden (Ich habe nichts gegen Visas, aber Kunstobjekten).

Geht mit offenen Augen durch die Welt und beobachtet

Lasst euch nicht von oberflächlicher Schönheit täuschen. Beobachtet ihr Verhalten und Mimik. Hat sie Ausdruckskraft oder nicht? Schönheit ist nur ein Goodie und rundet es nur noch ab.

P.S. Das letzte (museale) Bild zeigt z.B. eine Bundesliga-Tennisspielerin und kein Modell.

Wenn sich “Modelle” bewerben …

 

Seit skeptisch, aber sprecht mit ihnen. Wie gezeigt, gibt es auch wirkliche Modelle, die in Ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung, portfoliofähige Bilder ermöglichen (Danke nochmals an Olga).

Sie sind selten, aber es gibt sie. Schaut euch ihre privaten Bilder an! Sie zeigen den Menschen und was ihr wirklich zu erwarten habt. Nicht die gefakten Portfoliobilder, sondern die Realität. Sprecht mit Ihnen im Vorfeld. Ein Gespräch, Chat, Emails geben oftmals schnell einen Eindruck mit wem man es zu tun hat. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Ich habe die Hoffnung etwas aufgegeben …

das sich zu meinen Lebzeiten noch sehr viel ändern wird. Betrachtet man die Geschichte, so bewegt sich alles wie ein Pendel, es schlägt von einer Seite zur anderen. Für mich ist es schon weit im Negativen, aber die nächste Fotografengeneration wird wohl den Weg ins Positive erleben dürfen.

Auch bei mir, dem Dinosaurier, gab es positive Generationen an Modelle. Ich darf mich eigentlich nicht beschweren. Trotzdem gefällt einem die aktuelle Situation überhaupt nicht. So ist das Leben eben.

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