Hartes und weiches Licht …

Ich habe schon oft über dieses Thema gesprochen und geschrieben. Es bleibt ein „running joke“ das sich das Gerücht hält, das die Größe des Lichtformers für die „Weichheit“ des Lichtes verantwortlich wäre… Physikalischer Nonsens.

Wenn das so stimmen würde, müsste das Licht des Systemblitzes auf die Ameise extrem weich sein. Ist sie das? Natürlich nicht. Wer es nicht glaubt, der besorge sich ein Mikroskop oder andere Vergrößerungsmöglichkeit und beleuchte die Ameise mit einer entsprechenden Lichtquelle z.B. LED-Flachleuchte. Wenn er einen Adapter für seine Kamera ans Mikroskop hat, auch mit dem Systemblitz.

Das Ergebnis wird ernüchtern. Die Ameise hat natürlich keinen einzigen Schatten mehr (zu viel Licht von allen Seiten), aber hervorragende „specular highlights“ auf dem Chitinpanzer. Ein Spiegel ist nichts dagegen, so „weich“ ist das Licht.

„Weichheit“ entsteht einzig und alleine durch Streuung

Als „weiches Licht“ bezeichnen Fotografen die Minimierung von Glanzstellen auf der Haut und weichere (kontrastarme) Übergänge zwischen Licht und Schatten. Das erreiche ich aber nur durch Streuung des Lichtes.

Das ist auch der Grund, warum Softboxen sehr weiches Licht liefern. Die beiden Diffusoren, aussen und innen, streuen das Licht direkt mindestens zweifach.

Warum mindestens zweifach?

Weil die Seiten der Softbox aus Stoff sind und ebenfalls als streuende Fläche dienen. Das Licht das also nicht nur durch die beiden Diffusoren geht sondern irgendwann auch noch an der Seite gestreut wurde, ist nochmals weicher. Ein Effekt, den man sich beim „Feathering“ der Softbox, gezielt zu nutze macht.

Weicheres Licht kann man in der Praxis nur noch durch eine weitere Streuschicht z.B. einen semi-transparenten Reflektor zwischen Softbox und Modell erreichen.