Das mit dem Ausdruck ist so eine Sache …

Das Thema ist wohl das wichtigste und am meisten von mir besprochene. Ich kann nicht anders, ich muss darauf herumhacken.

Ohne (Gesichts)Ausdruck kein Portrait. Ohne etwas übertriebenen Ausdruck, kein Beauty-Portrait

Ich höre immer wieder einmal “das ist mir zu künstlich”, “es sollte natürlicher sein” usw. Im Grunde würde ich dem zustimmen… wenn es ein Charakter-Portrait wäre … die mache ich aber gar nicht.

Für ein Beauty und noch schlimmer Glamour-Portrait, muss man überzeichnen. Es geht hier darum die Frau im Bild “greater than live” darzustellen. Wenn sie genauso aussieht wie eine Stunde vorher im “Jogginganzug” ist etwas ganz gewaltig schief gelaufen.

Einen (speziellen) Ausdruck ins Gesicht, aber auch Oberkörper an sich, zu zaubern, ist eines der größten (wahrscheinlich das größte) Problem weiblicher Wesen, Modell genannt.

Alle Frauen sind mehr oder weniger kokett, aber komischerweise nicht vor der Kamera.

Eigentlich wäre dies ja ihr “natürliches Verhalten” in Gegenwart männlicher Personen. Ok, ein alter Fotograf ist wohl kein so gutes Übungsobjekt, aber es geht eben nicht anders.

Ich arbeite sehr viel mit Anfängern oder nicht-Modellen. Macht für mich viel Sinn, da sie noch unverbraucht und lernfähig sind (sein können). Der Haken ist natürlich, das sie ihr (un)natürliche Scheu zu posieren und kokett mit der Kamera zu spielen noch nicht verloren haben.

(Wenn kein Freund zugegen ist) sage ich oftmals “stell dir vor, die Kamera wäre dein Freund oder jemand den du auf einer Party beeindrucken möchtest”.  Der Hintergrund ist, das man lernen muss, das man nicht mit der Kamera oder dem Fotografen “spielt”, sondern mit einem imaginären Betrachter des Fotos. Und wer ist das oftmals? Freund, Lover, naja auch Familie oder eine Modellagentur.

Ein weiterer Problempunkt ist:

Die Arroganz der Schönheit

Viele Frauen (Modelle) stehen sich selbst und einer Karriere im Weg, weil sie die “anerzogene” Arroganz im Shooting und gegenüber dem Fotografen nicht ablegen können. Der Fotograf ist weder (normalerweise) ein Voyeur, noch ein Anmacher, noch ein Mann den man ernsthaft beeindrucken kann. Die Frau, die mich noch (mit Schönheit) beeindrucken kann, müsste wirklich noch geboren werden. Und ich weiß, das es vielen meiner (professionellen) Kollegen nicht anders geht.

Mein Tipp ist also “immer den Ball schön flach halten” und “kleine Brötchen backen”. Einen Fotografen zu verärgern, bedeutet nur schlechte Bilder. Rauswürfe am Set sind selten geworden, aber im Vorfeld Tagesgeschäft.

Dagegen gibt es dann auch die positiven Gegenbeispiele. Frauen die wirklich zu den schönsten Exemplaren der Region gehören, sich aber ein nettes freundliches Wesen erhalten haben. Die sind mir am liebsten, nur mittlerweile etwas rar geworden.

Problem hier ist es oftmals, das sie dann auch noch Humor haben und kaum zu bändigen sind.

 

Eines meiner bekanntesten Portfoliobilder, weil ich es sehr gerne verwende.

Sie zu “bändigen” war nicht einfach. Sie hat nur “Blödsinn” im Sinn und ist ein herzensguter und humorvoller Mensch. Mit ihr kann man zeitweise besser lachen als arbeiten. Kurz vorher sah es noch so aus:

 

 

Den Rest erspare ich euch.

Was ist aber die “Moral von der Geschichte”?

Man kann eine Menge Spaß am Set haben, wenn man nicht Arrogant ist und sich dann auch wieder beherrschen kann. Es ist wohl nicht verwunderlich, das ich von ihr so einige Portfoliobilder unterschiedlichster Art habe.

 

 

 

 

 

 

 

Mit voller Absicht auch einige unbearbeitete Bilder.

Ausdruck für Beauty-Portraits, muss nicht “abgedreht” sein, aber er sollte ziemlich eindeutig etwas zum Betrachter signalisieren. Positiver Ausdruck, wird von den meisten Betrachtern “gerne genommen”, aber auch etwas kühler und leicht arroganter Touch ist ebensfalls ok.

Wie immer, auch hier der Hinweis sich gründlich auf ein Shooting vorzubereiten:

 

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