Belichtungsautomatiken – Warum sie bei Modellen nichts taugen …

Jaja, ich bin mal wieder sehr plakativ und provokant. Es ist aber so.

Die Belichtungsmesser unserer modernen Kameras sind auf 18% Grau eingestellt. Also wenn das Bild 18% Grau wäre, wäre der Belichtungsmesser zufrieden.

Ideale Belichtung. Alles Bestens … und alles Schrott.

Wir befinden uns hier in der Peoplefotografie. Was bedeutet das? Der Mensch steht im Vordergrund.

Menschen haben aber dummerweise keine „genormte“ Hautfarbe. Die Hautfarbe variiert je nach Typus, ob kaukasisch, mediterran, afrikanisch, …

Die Hautfarbe eines Menschen ist im seltensten Fall 18% Grau

Wer also die „richtige“ Belichtung für die Hautfarbe seines Modelles finden will, muss seine Belichtungsautomatik korrigieren oder direkt manuell arbeiten. Als kleinen nicht absolut zu sehenden Anhaltspunkt:

  • Kaukasischer Typ im Winter – ca. 12% Grau
  • Mediterraner Typ – ca. 18% Grau
  • Afrikanischer Typ – ca. 36% Grau

Die Belichtung kann also rund um +/- 1 Belndenstufe oder mehr, von der theoretischen des reflektiven Belichtungsmessers abweichen.

Welchen Typ hat man denn nun vor der Kamera? Den gerade gebräunten, die weiße Wand oder die afrikanische Schönheit?

 

Direkte Lichtmessung

Nur weil wir zu Faul geworden sind und uns auf unsere reflektive Belichtungsmessung mit Automatiken verlassen, bedeutet das nicht, das es keine echte Alternative gäbe.

Die direkte Lichtmessung wie sie über Jahrzehnte effektiv und richtig eingesetzt wurde. Wo liegt der Unterschied?

Unsere Kamerabelichtungsmesser messen (nur) das vom Objekt reflektierte Licht und nicht die wirkliche Lichtmenge. Deshalb kann die reflektierte Messung immer nur so gut sein, wie die jeweilige Situation es zulässt.

Die guten alten Handbelichtungsmesser

messen aber immer die effektive Lichtmenge, die auf das Objekt fällt. Deshalb sollte man auch immer mit der Messkalotte zur Lichtquelle messen. Ob Outdoor im kontinuierlichen Licht oder Indoor bei Blitzlicht. Alles andere macht physikalisch keinen Sinn (Sorry, ich bin Physiker).

Misst man nun die effektive Lichtmenge, so spielt die Art des Objektes  und seine Beschaffenheit überhaupt keine Rolle mehr. Die Hautfarbe stimmt also immer. Was man dann macht und korrigiert ist nur noch der persönliche Geschmack und künstlerische Freiheit. Die Frage nach der

Idealen Belichtung

ist endlich einmal eindeutig geklärt – direkte Messung der Lichtmenge. Alles andere bei der reflektierten Messung ist reine Spekulation und damit absoluter Blödsinn. Sorry.